Am Mittwoch, 31. August 2022, lud WIR-Wirtschaftsforum Laatzener Unternehmen im Rahmen ihrer Wirtschaftsstammtische den Laatzener Bürgermeister zu einer Fragestunde zu aktuellen Themen, zum Beispiel zur künftigen Energieversorgung Laatzens , die Wirtschaft und Bürger gleichermaßen interessieren dürften, ein. Die Befragung fand im Bistro des Stadthauses statt. Als Gäste eingeladen waren die WIR- Mitglieder.

Gespannt waren alle Teilnehmer auf die Antworten zur Frage, wie gesichert die Energieversorgung für Laatzen mit Strom und Gas für Wirtschaftsbetriebe, Einzelhandel und Privathaushalte sein wird?
Der Laatzener Bürgermeister, Kai Eggert, äußerte sich verhalten positiv: Nach aktuellem Stand ist die Gasversorgung für Laatzen sicher, da wir L-Gas aus Norwegen und den Niederlanden beziehen. Entsprechend sind bei nicht extrem kalten Winter keine Probleme mit der Gasversorgung zu erwarten! Unser Stromversorger enercity sieht aktuell für die Zukunft keine Probleme bei der Stromversorgung für Laatzen. Einen klaren Fahrplan im absoluten Krisenfall von Bund/ Land zu Kommune gibt es derzeit noch nicht. Die Stadt ist in verschiedenen Gremien der Region eingebunden, sodass kurzfristig Entscheidungen kommuniziert werden können.
Die Stadt und das Rathaus ergreifen Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten: Im Rathaus sollte die maximale Bürotemperatur gesenkt werden. Wo es möglich ist sollte HomeOffice angeboten werden. Es darf aber in keinem Fall die Dienstleistungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern darunter leiden. Das aqualaatzium wird im Krisenfall starke Einschränkungen hinnehmen müssen.
Für die Unternehmen kann Solarenergie die negativen Auswirkungen durch die steigenden Energiepreise nur in geringem Maße abmildern. Selbst bei beschleunigtem Ausbau der Solarenergie könnte der Strombedarf dadurch nur zu 15 % gedeckt werden. Die Nutzung von Wasserstoff ist derzeit noch keine Alternative, da die Produktion sehr Kosten- und Energieintensiv ist.

Wie geht es mit der Leine-Volkshochschule weiter?

Die Stellungnahme des Bürgermeisters: Die Leine-VHS sollte erhalten bleiben, denn sie ist eine wichtige Einrichtung für die Erwachsenbildung und die Integration. Die neue Leitung, Frau Jant-zen, wird die Leine-VHS neu aufstellen. Die Stadt Laatzen wird sie bei dieser Aufgabe unterstützen

Ist der Neubau des Rathauses weiterhin in Planung, wenn ja im ursprünglichen oder in einem reduzierten Umfang?

Die Antwort von Kai Eggert:

Das Rathaus ist weiterhin in der Planung. Die Ursprüngliche, so wie sie vor der Wahl war, wird und muss an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Räumlichkeiten in der Gutenbergstraße werden derzeit mit einigen Teams gefüllt. Hier werden schon neue Arbeitsformen ausprobiert. Ein Thema hierbei ist die Form des Desksharings und des mobilen Arbeitens.

Da mehr als die Hälfte der befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern zwei Tage mobiles Arbeiten nutzen möchten, würden so freie Büros entstehen, die gekoppelt an ein oder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Reduzierung vorhandener Büroräumlichkeiten führen kann. Somit ist das Volumen der jetzigen Büroräume auch weiter neu und vor allem mit reduziertem Platzbedarf zu planen,

Zum Thema „Kaufkraft nach Laatzen holen“:

Das Leine-Center ist aus Sicht der Unternehmer aktuell weniger attraktiv. Die angesprochene Umstrukturierung sei ein Schritt das Center wieder an Image und Attraktivität zu steigern. Der Bürgermeister und die Fachteams sind hier im Austausch mit dem Eigentümer und dem Centermanagement. Es werden Gespräche mit Verdi geführt, um zu erfahren, welche Voraussetzungen für eile Genehmigung für eine Sonntagsöffnung in Laatzen erfüllt sein müssen.

Für 2023 ist ein Stadtfest geplant. Das könnte der„Schlüssel“ für eine Genehmigung werden. Das LeineCenter Laatzen leistet schon jetzt einen Beitrag zur Energieeinsparung durch die bereits durchgeführte Reduzierung der Öffnungszeiten.

Zum Thema Verkehrswende, speziell die Veloroute:

Die Auswertung der Veloroute-Studie steht an. Das Experiment wurde durch eine Befragung und eine Zählung wissenschaftlich begleitet. Falls es zu einer Verstetigung kommen wird, bedarf es noch baulicher Anpassungen. Die Mehrheitsfraktion sieht das Thema positiv.

Zum Abschluss in Stichworten: Weitere Gewerbegebiete sind nicht in Planung mangels ausgewiesener Flächen. Das gleiche gilt für den Wohnungsbau.

Nach der Befragung des Bürgermeisters gab es eine kleine Diskussionsrunde. Die Teilnehmer waren durch die Antworten ein wenig beruhigter. Bleibt zu hoffen, dass der Krisenfall nicht eintritt.